Öffnungszeiten Mo, Di, Do: 7–13h / 14–19h Mi, Fr: 7–13h / 14–18h Tel.: 06151 60 67 20 · Fax: 06151 60 67 222

Impressum | Übersicht | E-Mail

Zur Startseite

Das Ärzteteam des OZD besucht internationale Fortbildungs- veranstaltungen, um sich über neuste Entwicklungen zu informieren.

Dr. med. Thomas Saltzer



Sonographie / Ultraschalldiagnostik

Ultraschall

Bei einer Ultraschalluntersuchung werden verschiedene Körperregionen mit Hilfe von Ultraschallwellen bildlich dargestellt. Sie dient in vielen Bereichen zur Erstdiagnose von Erkrankungen, eignet sich hervorragend als erstes bildgebendes Verfahren im Anschluss an die klinische Untersuchung und ergänzt diese in idealer Weise. Sie erfordert eine geeignete Technik und qualifizierte Untersucher.

Da sie nicht invasiv, beliebig oft wiederholbar und kostengünstig ist, hat sie inzwischen eine weite Verbreitung erfahren.

Für die Sonographie wird ein Schallkopf verwendet, der direkt auf der Haut aufliegt und Ultraschallwellen in das Körperinnere aussendet. Diese Wellen werden im Körper des Patienten je nach Gewebeart in unterschiedlichem Ausmaß absorbiert oder reflektiert und als Echo vom Schallkopf wieder aufgenommen. Der Schallkopf empfängt die reflektierten Wellen wieder, dient also abwechselnd als Schallsender und –empfänger. Aus der Differenz der gesendeten und empfangenen Wellen erstellt der Computer durch Umwandlung und Verstärkung der elektrischen Impulse ein Bild. Diese zweidimensionalen Bilder vermitteln eine räumliche Vorstellung von Größe, Form und Struktur der untersuchten Organe, Weichteilgewebe, Knochen und Gefäße.

Je besser Gewebe reflektiert, umso heller wird es abgebildet. Die Reflektionsstärke ist allerdings abhängig von der Dichte des untersuchten Gewebes. Besonders gut sichtbar ist Knochen, da er überhaupt keinen Schall durchlässt, sondern ihn komplett zurückwirft. Im Bild wird Knochen, wie auf einem Röntgenbild, weiß dargestellt. Wasser –und blutreiche Organe haben unterschiedliche Schalldichten und werden deswegen in verschiedenen Graustufen ausgewertet. Flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, zum Beispiel Zysten, lassen sich vom umliegenden Gewebe besonders gut abgrenzen, da diese den Schall komplett durchlassen und bei der Auswertung schwarz dargestellt werden. Prinzipiell schwierig zu untersuchen sind gashaltige oder von Knochen verdeckte Organe.

Für die Sonographie stehen eine Vielzahl an Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Je nach Fragestellung und untersuchten Regionen werden unterschiedliche Geräte sowie Einstellungen verwendet.

A-Bild-Sonographie (A-Mode): Wird heute kaum noch verwendet. Die gewonnenen Schallreflektionen werden eindimensional in einem Diagramm dargestellt.

B-Bild-Sonographie (B-Mode): Die gewonnenen Echosignale werden als zweidimensionale Schnittbilder in Graustufen sichtbar gemacht. Der B-Mode ist momentan die am weitesten verbreitete Variante der Ultraschalluntersuchung in der Medizin.

M-Mode: Damit lassen sich Bewegungsabläufe (z.B. Herzklappenrhythmus) von sich bewegenden Organen abbilden. Diese Bewegungen werden eindimensional in Diagrammen wiedergegeben.

Echokardiographie/Doppler-Sonographie: Dieses Verfahren wird für Strömungsmessungen im Herz und in Gefäßen verwendet. Das reflektierte Echo der sich bewegenden roten Blutkörperchen wird elektronisch hörbar gemacht und als Kurve aufgezeichnet.

Duplex-Sonographie: Bei dieser Untersuchung wird der Blutstrom akustisch und bildlich dargestellt. Unterstützt wird dieses Verfahren durch eine Farbcodierung. Der Blutfluss zum Schallkopf hin und von ihm weg wird in verschiedenen Farben markiert. Veränderungen der Flussgeschwindigkeit können damit diagnostiziert werden.

3D-Sonographie: Das ist eine Schnittbilddarstellung von zweidimensional aufgenommenen Bildebenen. Der Rechner wertet die zweidimensionalen Bilder aus und kann so eine dritte Bildebene errechnen. Bei diesem Verfahren entstehen foto-realistische Bilder.

Ultraschall am Baby

Anwendungsgebiete der Ultraschalluntersuchung

In fast jedem medizinischen Fachgebiet wird die Sonographie als Untersuchungsmethode eingesetzt. Sie dient zur Abklärung und Einschätzung von medizinischen Befunden, zur Verlaufskontrolle bei Therapien sowie als Vorsorgeinstrument. Die hier aufgeführten Einsatzgebiete können nur beispielhaft wiedergeben, welchen großen Nutzen die Sonographie für die Medizin hat.

Schwangerschaftsdiagnostik: Wegen ihres schonenden Verfahrens für den Organismus hat die Ultraschall-Untersuchung in diesem Bereich eine wichtige Rolle eingenommen. Sie wird eingesetzt als Schwangerschaftsnachweis, Lage-, Größe-, Alters-und Geschlechtsbestimmung der Föten, Erkennung von Mehrlings-Schwangerschaften und Missbildungen. Als beliebtes Verfahren in der Schwangerschaftsdiagnostik etabliert sich langsam die 3D-Sonographie. Die dreidimensionalen Bilder dienen der Überwachung von Risikoschwangerschaften und zur Darstellung von kindlichen Strukturen.

Orthopädische Diagnostik: dient der Darstellung von Muskel-und Sehnengewebe sowie von Gelenken und gelenknahen knöchernen Strukturen
Untersuchungsgrund: Frage Ruptur/Teilruptur, Entzündung/Flüssigkeit, Degeneration/Deformation

Screening-Methode bei Neugeborenen: Zur Untersuchung der Hüftgelenke bei Neugeborenen wird die Sonographie seit vielen Jahren im Rahmen der U3 durchgeführt, um Frühschäden der Hüftpfanne zu erkennen und geeignete therapeutische Maßnahmen einzuleiten.

Weichteildiagnostik: Untersuchungen der Schilddrüse, der weiblichen Brust, des Hodens sowie der Muskeln und Gelenke.
Untersuchungsgrund:
Suche nach Krebsherden und Metastasen

Untersuchungen im Bauchraum: Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse, Milz, harnproduzierende und –ableitende Organe, männliche und weibliche Geschlechtsorgane
Untersuchungsgrund: Suche nach Krebsherden und Metastasen, Verdacht auf Nieren-und Gallensteine, Entzündungen, Krebsvorsorge

Gefäßdiagnostik:
Verengungen oder Verschlüsse der Arterien und Venen im Bauch-, Bein- und Halsbereich
Untersuchungsgrund: Verdacht auf Venenthrombose, Arteriosklerose, Krampfadern

Herzdiagnostik: zur Überprüfung von Funktionalität oder krankhaften Veränderungen des Herzmuskels
Untersuchungsgrund: Verdacht auf Herzbeutelentzündung, Funktionsstörungen der Herzklappen

Bildgesteuerte Biopsie: bei der Entnahme von Gewebe wird die Sonographie zur Visualisierung eingesetzt
Untersuchungsgrund: zur Unterscheidung zwischen gut-und bösartigem Gewebe

Alternativen zum Ultraschall

Als Untersuchungsverfahren ist die Sonographie eine kostengünstige und beliebig oft wiederholbare Methode und wird deswegen häufig zur Erstdiagnostik vor einer Magnetresonanz-Tomographie oder einer Computertomographie eingesetzt. Trotzdem sollte sie immer im Kontext zur Anamnese, körperlichen Untersuchung und anderen bildgebenden Ergebnissen betrachtet werden.

Vorteile der Ultraschalldiagnostik, insbesondere in der Orthopädie:

  • nicht invasive Darstellung der untersuchten Strukturen
  • unmittelbare Erfassung von flüssigen Veränderungen im Gelenk
  • Darstellung von entzündlichem Substrat in verschiedenen Gelenkanteilen
  • Darstellung unter Gelenkbewegung
  • uneingeschränkte Ausdehnung der Diagnostik auf andere Gelenke
  • Miterfassung von Erkrankungen des Gefäßsystems
  • beliebige Wiederholbarkeit
  • hohe Akzeptanz beim Patienten
  • nebenwirkungsfrei
  • kostengünstig
  • weite Verbreitung

Nachteile der Ultraschalluntersuchung:

  • die Aussagefähigkeit zu Gelenkbinnenschäden ist schwierig und eingeschränkt
  • die Differenzierung der entzündlichen Veränderungen ist nur in begrenztem Maße möglich
  • ossäre Veränderungen werden unvollständig erfasst
  • nicht alle Gelenkanteile sind voll einsehbar

Weitere Quellen:


Navigation


print Seite drucken

Copyright © Orthopädisches Zentrum Darmstadt
Prof. hos. Dr. med. J. Fischer, Dres. med. M. Dehos, T. Saltzer