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Dr. med. Thomas Saltzer
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Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen. Bereits jeder Zweite leidet darunter. Ursachen für ständige Rückenbeschwerden sind Bandscheibenvorfälle sowie der Verschleiß der Wirbelgelenke und Wirbelkörper durch Fehlbelastung. Aber auch Beinlängendifferenzen können zu Störungen von Gelenken führen (z.B. schiefes Becken). Dies wiederum hat zur Folge, dass sich die Wirbelsäule verbiegt, was dann zu Schmerzen führt.
Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule sind durch eine Röntgenuntersuchung erst dann nachweisbar, wenn bereits Veränderungen an den Knochen sichtbar sind. Jedoch bleiben insbesondere bei jüngeren Menschen auch nach der Röntgendiagnose die Rückenschmerzen oft ungeklärt, weil eben diese Verschleißerscheinungen auf dem Röntgenbild noch nicht sichtbar sind. Eine Aussage zur gestörten Funktion der Wirbelsäule ist dann noch nicht möglich. Darüber hinaus wird der Körper durch Röntgenuntersuchungen immer einer Strahlenbelastung ausgesetzt, auch wenn diese bei unseren modernen Geräten im Vergleich zu früher gering ist.
Eine neuartige Methode zur frühzeitigen Erkennung von Wirbelsäulenveränderungen ist die 3D-Wirbelsäulenvermessung. Bei diesem Verfahren, das auf einer Computeranalyse von Lichtprojektionen beruht, werden Wirbelsäulenveränderungen bereits in einem frühen Stadium sichtbar, und auch schwere Skoliosen (Verkrümmungen der Wirbelsäule) sind genauer zu lokalisieren.

Das 3D-Mess-System ermöglicht eine schnelle und berührungslose Vermessung des menschlichen Rückens und der Wirbelsäule.
Die Untersuchung ist eine strahlungsfreie Alternative zum Röntgen. Dabei werden modernste Videotechnik und schnelle Datenverarbeitung kombiniert. Berührungslos werden in nur 0,04 Sekunden Rücken und Wirbelsäule vermessen. Dabei steht der Patient vor einer Aufnahmeeinrichtung, die aus einer digitalen Videokamera und einem Projektor besteht.
Der Projektor wirft parallele Mess-Linien (Lichtlinien) auf die Rückenoberfläche. Die Linien zeigen bereits geringe Verformungen der Wirbelsäule und Asymmetrien der Körperoberfläche auf. Abweichungen aus dem Körperlot werden deutlich sichtbar.
Während der Untersuchung steht der Patient auf einer variablen Plattform (Simulationsplattform). Diese Balanceplatte bietet die Möglichkeit, Korrekturmaßnahmen (zum Beispiel eine Wirbelsäulenbegradigung, einen Beinlängenausgleich oder einen Schuhausgleich) zu simulieren. So können Abweichungen vom Lot, Verformungen der Wirbelsäule und Drehungen der einzelnen Wirbelkörper zueinander eindeutig festgelegt werden.
Die Videokamera gibt das dreidimensionale Muster an den angeschlossenen Computer weiter. Die Software wertet die gemessenen Daten aus. Mit diesen Werten kann die Form der gesamten Wirbelsäule ermittelt werden. Die Auswertung der Daten ist mittels modernster Computer- und Bildverarbeitungstechniken sofort möglich. Auf dem Bildschirm sieht der Arzt alle notwendigen Daten. Dadurch sind exakte Diagnosen für individuelle und erfolgreiche Therapien möglich.

Durch das strahlungsfreie 3D-Vermessungsverfahren kann in vielen Fällen auf das Röntgen verzichtet werden.
Da mit Lichtrastern gearbeitet wird, sind keine Nebenwirkungen bekannt. Insbesondere bei Kindern oder Jugendlichen mit einer Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) ist eine ständige Kontrolle notwendig. Durch die 3D-Wirbelsäulenvermessung entstehen keine Strahlenbelastungen. Außerdem können Krankheitsverläufe besser verfolgt werden, wodurch ein Vergleich mit den Voruntersuchungen möglich ist.
Untersuchungen haben gezeigt, dass durch die regelmäßige Verlaufskontrolle, die mit dem 3D-Messverfahren problemlos möglich ist, bei mehr als 80 Prozent der so behandelten Patienten eine deutliche Verbesserung der Beschwerdesymptome oder eine komplette Schmerzfreiheit erzielt werden konnte.
Diese neue Methode zur Wirbelsäulenvermessung wird bereits von vielen Ärzten und Kliniken eingesetzt. Empfohlen wird dieses Verfahren u.a. von dem Bundesverband der deutschen Rückenschulen. Das 3D-Messverfahren ist untrennbar verbunden mit einer sorgfältigen manuellen orthopädischen Untersuchung und wird sinnvoll ergänzt durch orthopädische Physiotherapie und die Rückenschule.
Auch bei der Prävention (Vorbeugung) von Belastungsschäden bei Arbeiten mit gleichförmiger mittelschwerer und schwerer körperlicher Tätigkeit kommt dem modernen lichtoptischen Vermessungsverfahren eine große Bedeutung zu. Durch rechtzeitiges Erkennen und Behandeln einer Fehlhaltung können dem Patienten Leiden erspart bleiben und enorme Untersuchungs- und Behandlungskosten eingespart werden.
Obwohl die 3D-Wirbelsäulenvermessung vom Bundesverband der deutschen Rückenschulen und von der Gesellschaft für optische Wirbelsäulenvermessung empfohlen wird, werden die Kosten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Kassenpatienten müssen diese Leistung, sofern sie gewünscht wird, selbst bezahlen. Privat Versicherte bekommen die Kosten für die Behandlung erstattet.
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Prof. hos. Dr. med. J. Fischer, Dres. med. M. Dehos, T. Saltzer